Julian S.

men

Grösse
184
Brustumfang
94
Taille
80
Hüfte
90

About Julian S.

„Wir können nicht darauf warten, dass die großen Unternehmen auf Nachhaltigkeit umstellen - wir müssen alle, die es noch nicht sind, boykottieren.“


Julian ist 28 Jahre alt und studiert Philosophie. Über die Jahre kam ihm immer wieder der Gedanke zu modeln – einziges Kriterium: Es muss eine nachhaltige Modelagentur sein. Deshalb ist Julian bei Fairmodel.


1.) In drei Wörtern, was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?


Bewusstsein, Achtsamkeit und Respekt -vollumfänglich- also auch für kommende Generationen.


2.) In welchem Lebensbereich lebst du Nachhaltigkeit?


Vor allem mit meinem Konsumverhalten. Ich folge bestimmten Prinzipien, zum Beispiel fühle ich mich der veganen Lebensweise verpflichtet, besitze kein Auto und kaufe weitestgehend nichts neu, es sei denn ich vertraue einer bestimmten Marke. Und doch gehe ich an diese Prinzipien sehr undogmatisch heran. Ausnahmen bestätigen die Regel. So ist meine eigene Küche zwar radikal nachhaltig, sollte ich jedoch zum Essen eingeladen sein und es wurden aus Versehen z.B. tierische Zutaten verwendet, ist mir die Stimmung und das Wohlbefinden meiner Gastgeber*innen definitiv wichtiger als stur meiner “Linie” zu folgen.


3.) In welchem Bereich fällt es dir am schwersten nachhaltig zu leben?


Ich muss gestehen, beim Thema „unterwegs sein“. Ich reise sehr gerne. Da ist es nicht so leicht, komplett nachhaltig zu sein. Wenn ich könnte, würde ich das durchs Fliegen ausgestoßene Co2 immer bei “Atmosfair” kompensieren, das ist mir aber noch zu teuer. Dort kann man die CO2 Belastung ausrechnen, die der jeweilige Flug verursacht hat und bezahlt quasi den „doppelten“ Flugpreis. Das Geld wird dann in Klimaschutzprojekte gesteckt. Noch besser wäre natürlich eine rein wasserstoffbasierte Flugreise. Ich hoffe, da kommen wir irgendwann noch hin.


4.) Was ist dein Ziel mit dem Fair-Modeln?


Ich möchte die Unternehmen unterstützen, die schon grün sind und damit Bewusstsein schaffen. Gleichzeitig verspreche ich mir davon natürlich eine flexible und vertretbare Möglichkeit mein Studium zu finanzieren und dabei auch noch Spaß zu haben.


5.) Warum leben noch nicht alle Menschen nachhaltig? Welche Hindernisse siehst du in der Gesellschaft?


Das hat natürlich viele Gründe und die Antwort darauf ist sehr komplex, aber ich möchte mich an ein paar Aspekten versuchen. Einerseits werden natürlich extrem absurde Wirtschaftsbereiche, wie beispielsweise die Automobilindustrie und die Massentierhaltung so beworben, dass sie scheinbar einen völlig sinnvollen und unverzichtbaren Bestandteil unserer Gesellschaft ausmachen. Zwar sind die Informationen hinsichtlich ihrer katastrophalen Auswirkungen auf das Klima und die weltweiten Landflächen bekannt, doch gehen diese, wie viele andere Informationen in der Werbeflut einfach unter. Andererseits können sich weite Teile der Gesellschaft nachhaltige beworbene Produkte schlicht nicht leisten, beziehungsweise werden die dafür nötigen Reformen, wie die Umverteilung der Subventionen in nachhaltige Sektoren durch die Politik seit Jahrzehnten aufgeschoben.


6.) Und welche Probleme bei den Labels?


Als Teilnehmende eines kapitalistischen Marktes “müssen” die Produzent*innen profitorientiert arbeiten. Dies wird bei den meisten global agierenden Labels soweit pervertiert, dass geltende Umweltschutzrechte und vor allem Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Hier kann man schon mal ganz klar festhalten: Start-Ups können das revolutionieren und tun dies auch schon. Ich finde, wir sollten nicht darauf warten, dass die großen Unternehmen irgendwann auf nachhaltig umstellen. Wir müssen sie einfach boykottieren bis das passiert.


Um rauszufinden ob ein Unternehmen wirklich nachhaltig und fair agiert, kann man sich zwei Fragen stellen. 1. Ist das Unternehmen ein Global Player, ein Franchise Unternehmen oder sogar an der Börse? Dann hat es sicherlich gewaltig Dreck am Stecken, Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel. 2. Ist das grüne Image das beworben wird, wirklich authentisch? Meist lässt sich das nicht gleich beantworten, dafür braucht es dann doch ein wenig Recherche, aber dann lässt sich sogenanntes “Greenwashing” leicht identifizieren.